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Bildungsfahrt durchs antifaschistische Linz und Wien

Nachdem die Studienfahrt nach Auschwitz im vergangenen Jahr so großen Anklang fand, wird auch heuer eine Bildungsfahrt stattfinden. Weniger weit um der eigenen Geschichte auf den Grund zu gehen, aber nicht minder interessant. Eine Bildungsfahrt durch das antifaschistische Linz und Wien soll den TeilnehmerInnen die wichtigsten Stätten des Widerstandes von 1934 bis 1945 in Erinnerung bringen. 

Im Österreich der 20er und 30er Jahre existierte weder der lange Wirtschaftsaufschwung, noch das System der Sozialpartnerschaft, welches die 2. Republik nach 1945 lange prägte. Kapitalistische Krise, soziales Elend, aber auch Klassenkampf und Widerstand gehörten zum Alltag der österreichischer ArbeiterInnen und Jugendlichen in den Jahren vor 1934. Die gegen die Sozialdemokratie eingesetzte Taktik von Kanzler Dollfuss, die Schlinge langsam enger zu ziehen, erwies sich als äußerst wirkungsvoll: Streikverbot, Aufhebung des Kollektivvertragrechtes, Auflösung des Schutzbundes. Der politische Gegner wurde von der Regierung langsam demontiert. Der bewaffnete Widerstand des Republikanischen Schutzbundes gegen eine Waffensuche der Exekutive im Linzer Hotel Schiff bot der Regierung 1934 den willkommenen Anlass, nach einem blutigen Bürgerkrieg die Sozialdemokratische Partei zu verbieten. Alle selbständigen Organisationen der ArbeiterInnenbewegung wurden verboten. Dennoch: In den Februartagen leistete erstmals in der Geschichte jemand bewaffnet Widerstand gegen den Faschismus. Hunderte ArbeiterInnen und Jugendliche, SozialistInnen und KommunistInnen, wehrten sich gegen die Kanonen und Maschinengewehre der Regierung. Der Aufstand im Februar 1934 hatte jedoch keine Aussicht auf Erfolg und wenige Wochen später, proklamierte das Regime eine neue Verfassung, die Österreich zum autoritären, faschistischen Führerstaat auf christlicher Grundlage erklärte. Der austrofaschistische Ständestaat hatte sich endgültig durchgesetzt und fungierte durch die Unterdrückung der linken ArbeiterInnen und Einführung einer klerikal-faschistischen Gesellschaftsordnung als Wegbereiter und Steigbügelhalter für die NS-Bewegung, die 1938 die Macht übernahm.

Am 12. Februar 2008 jährte sich zum 74.Mal die Machtergreifung des Faschismus in Österreich. Bundesheer, Polizei und faschistische Milizen - die Heimwehren - schossen damals auf Gemeindebauten, Standgerichte verhängten hunderte Todesurteile gegen Linke und GewerkschaftsaktivistInnen. Nach der Ausschaltung der ArbeiterInnenbewegung erreichte der Austrofaschismus seine Herrschaft. Auf regimefeindliche Tätigkeiten standen schwere Strafen. Dennoch formierte sich eine breite illegale Oppositionsbewegung.

Auf die Spuren dieses Widerstandes werden die Roten Falken Österreich sich dieses Jahr im Rahmen einer zweiteiligen Bildungsfahrt begeben

Termine:                                  13.4. Linz, 10-18 Uhr

                                               4.5. Wien, 10-18 Uhr

 

Info und Anmeldung bei den Roten Falken Wien

Folder zur Bildungsreise



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